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Pädagogik für Dich 5/2023 ECHT BESONDERS

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Kinder mit besonderen Herausforderungen, Eltern oder Fachkräfte im Burnout, neue Familien in der Kita, Kinder in Rollenspielen … Denkst du manchmal: Was ich tue ist „einfach besonders“? Dann ist die neue Ausgabe „Pädagogik für Dich“ genau das Richtige für dich. Hier findest du unter anderem den Beitrag einer Mama, die ein Kind mit Asperger-Syndrom ins Leben begleitet, ein Interview zur Peer-Group Eingewöhnung, den Unterschied zwischen Burn-out und Burn-on und einiges mehr ...

Pädagogik für Dich | Ausgabe 05/2023 Alte Puppenhäuser der Großeltern sind nicht nur von historischem Wert. Sie dienen den Kindern als Plattform für eine besondere Form des Rollenspiels. Kompetenzzentrum Rollenspiel Kinder lernen im Rollenspiel wichtige Kompetenzen für ihr späteres Erwachsenenleben. Das Ausleben von Ideen und immer neuen und umfangreichen Spielvarianten beeinflusst die Kreativität. Diese Eigenschaft ist im späteren Leben von großer Bedeutung, um das berufliche und private Leben zufriedenstellend zu gestalten. Haben Kinder in gemeinsamen Rollenspielen Erfolgserlebnisse, sind sie in der Lage, im realen Leben mit Niederlagen oder Rückschlägen besser umzugehen. Sie schulen so ihr Selbstbewusstsein und verlieren in Konflikten nicht ihren Selbstwert. Nicht zuletzt haben die Kinder im Rollenspiel einen ersten Bezug zu ihrem eigenen Geschlecht und machen Erfahrungen, wie es sich anfühlt, in der Rolle des anderen Geschlechts zu agieren. Um den Sprachschatz und die Ausdrucksfähigkeit zu erweitern, gibt es nichts Besseres als Rollenspiele. Die Kinder lernen neue Wörter und ihre Bedeutung kennen, sich besser auszudrücken und andere zu verstehen. Wie Du das Rollenspiel unterstützen kannst Um die Kinder in der Kita im Rollenspiel zu unterstützen, stellst du ihnen am besten verschiedene Materialien zur Verfügung. Dabei eignen sich alle Dinge aus dem täglichen Leben. Um in verschiedene Rollen schlüpfen zu können, brauchen die Kinder zwar nicht viel, aber es macht ihnen noch mehr Spaß. Verkleidungen in Form von Kleidern, Röcken, Hüten, Tüchern, Taschen, Westen, Anzügen usw. animieren Kinder dazu, verschiedene Rollen einzunehmen. Einmal eine Prinzessin sein, als Polizist den Dieb fangen oder als Feuerwehrmann Brände löschen lässt die innersten Wünsche wahr werden. Verschieden gestaltete Spielecken lassen Kinderherzen höherschlagen. Wenn du die Spielbereiche thematisch und ansprechend einrichten möchtest, dann braucht es ein bisschen Fantasie. Für eine kleine Arztpraxis frage doch mal in Arztpraxen oder Apotheken nach, ob es gerade sogenannte Ladenhüter gibt oder Materialien, die nicht mehr gebraucht werden. Wenn bei dir in der Kita gerade Feuerwehr hoch im Kurs steht, kannst du auch mal bei der ortsansässigen Feuerwehr anfragen. Dort liegen oft ausgemusterte Helme oder Schläuche, die nicht mehr gebraucht werden können. Wenn Kinder gerne einkaufen gehen, dann kannst du bei den Eltern einen Aufruf nach leeren 12

Kreativität Verpackungen oder Cremedöschen starten. Auch Nudeln oder getrocknete Hülsenfrüchte schön verpackt eignen sich hier gut. Ein nicht mehr gebrauchter Laptop oder PC, ein Telefon, Kalender und Stifte machen ein Büro aus. Auch eine liebevoll gestaltete Puppenecke lädt zum Spielen ein. Ein richtiges Bett mit Bettwäsche, ein Tisch in Kindergröße und kindgerechtes Geschirr, Dinge zum Anziehen, Puppenwagen und ästhetische Raumdekoration machen die Sache rund. Wichtig ist: Egal was du den Kindern zur Verfügung stellst, achte immer darauf, dass es intakt, kindgerecht und vor allem kinder- bzw. bruchsicher ist. Die Rolle der pädagogischen Fachkraft Kinder beim Rollenspiel zu beobachten, erfüllt gleich mehrere Funktionen. Du kannst Hilfestellungen geben, Fragen beantworten, mitspielen oder gegebenenfalls eingreifen. Dabei bekommst du wichtige Informationen zum Entwicklungsstand der Kinder: → Spielt das Kind lieber allein oder immer mit anderen? → Welche Rollen nimmt es am liebsten ein? → Wie verhält es sich während des Spiels? → Welche Impulse verarbeitet es im Rollenspiel? → Wie geht es ihm emotional? → Wie kreativ und fantasievoll zeigt sich das Kind? → Was hat es für einen Wortschatz? → Wie geht es mit Konflikten um? In den meisten Fällen steht und fällt das Rollenspiel mit den richtigen Spielpartnern. Meistens sind das die Freunde und andere Kinder. Aber manchmal kommen die Kinder mit dem Wunsch auf dich zu, mit ihnen zu spielen. Dann scheue dich nicht und werde mutig ein Teil der aktuellen Spielsituation. Erwachsene tun sich oft schwer darin, weil sie zu viel nachdenken: Ist der Löwe so perfekt genug? Lösche ich das Feuer richtig? Was sagen denn jetzt die anderen über mich? Hier kannst du beruhigt sein. Machst du etwas nicht so, wie es das Kind vielleicht erwartet, zeigt es dir, wie es geht und verurteilt dich nicht. Und wenn du gar nicht weißt, wie du deine Rolle umsetzen sollst, dann frag doch einfach nach und lass es dir erklären. Stephanie Wendle ist Erzieherin und zertifizierte Praxisanleiterin. Außerdem ist sie im Verband für Kita- Fachkräfte Baden-Württemberg aktiv und führt den Zweisicht-Blog. https://zweisicht.blog 13

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